China will bis zum Jahr 2020 ein verpflichtendes „Social Credit System“ für alle natürlichen und juristischen Personen einführen. Das System soll Daten wie Internetnutzungsverhalten, Kreditwürdigkeit und Zuverlässigkeit gegenüber dem Regime in einem Wert erfassen.
Die britische Ausgabe von Wired hat in einem Longread „Big data meets Big Brother as China moves to rate its citizens“ die Grundstrukturen des Systems zusammengefasst. Die chinesische Regierung entwickelt dieses zusammen mit Unternehmen. Eines davon ist China Rapid Finance, Partner des sozialen Netzwerks Tencent und Entwickler des Messaging-Dienstes WeChat. Die andere Firma ist Sesame Credit, eine Tochterfirma von AliBaba.
Schon heute wirken sich die „Sesame-Scores“ auf das Leben aus, heißt es im Artikel:
Hohe Werte sind schon ein Status-Symbol geworden. Fast 100.000 Menschen haben sie in den ersten Monaten nach Einführung bei Chinas Twitter-Alternative Weibo gepostet. Der Bürger-Score erhöht sogar die Chancen auf ein Date oder einen Ehepartner, denn wer einen höheren Wert hat, wird auf der größten Datingplattform Baihe prominenter platziert.
Mit der Einführung des Social Credit Systems könnte auch der Zugang zu Schulen, Ausbildung, Jobs und vielen weiteren Lebensrealitäten von der Big-Data-Bewertung abhängen. Das System ist damit die ultimative digitale Dystopie, ein Kontroll- und Überwachungsinstrument über mehr als eine Milliarde Menschen.
Über die Einführung des Systems und dessen Hintergründe haben wir schon zu Beginn der Planungen berichtet.
